Unter dem Leitgedanken „Freude im Heiligen Geist“ stand der Gottesdienst am Sonntag in der Gemeinde Greifswald. Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Hebräer 10,23:
„Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.“
Den Gottesdienst hielt Vorsteher Priester Peter Franke. Mit ihm dienten Diakon Jan Rodestock, Diakonin Sylvana Franke sowie Diakon Lars Noack. Ein besonderer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Segenshandlung anlässlich der Rubinhochzeit der Geschwister Eisenberg.
Bereits im Eingangsgebet wurde der Blick auf Gott als Schöpfer und Erhalter allen Lebens gelenkt. In großer Dankbarkeit wurde für Gottes Bewahrung, seine Treue in der Schöpfung und für das Erlösungswerk Jesu Christi gedankt. Zugleich wurde um Stärkung, Trost und neue Zuversicht für alle gebeten, die mit Sorgen, Krankheit oder persönlichen Lasten in den Gottesdienst gekommen waren.
Hoffnung als Fundament des Glaubens
In seiner Predigt stellte Priester Franke den Gedanken in den Mittelpunkt, dass christliche Hoffnung nicht auf menschlichem Wunschdenken beruht, sondern auf der Treue Gottes. Heilige Geist schenkt Glaubensgewissheit und richtet den Blick der Gläubigen immer wieder auf die Verheißungen Gottes aus.
Diese Hoffnung ist eng mit dem Frieden verbunden, der aus der Beziehung zu Gott erwächst. In einer Welt, die von Unsicherheiten, Konflikten und Sorgen geprägt ist, wird innerer Frieden des Menschen immer wieder herausgefordert. Umso wichtiger ist es, sich fest an das Bekenntnis der Hoffnung zu halten.
Der Vorsteher hob hervor, dass es nicht allein um eine innere Haltung geht, sondern um ein sichtbares Bekenntnis im Leben der Christen. Wer an Christus glaubt und auf seine Wiederkunft hofft, ist auch berufen, diese Hoffnung im Alltag zu bezeugen – durch Frieden, Versöhnung und Nächstenliebe.
Gott ist treu und unveränderlich. Seine Verheißungen haben Bestand und erfüllen sich. Diese Gewissheit gibt Halt, auch wenn äußere Umstände unsicher erscheinen.
Friede Christi – Geschenk und Auftrag
Diakon Rodestock nahm in seiner Predigt den Gedanken des Friedens auf. Er stellte unterschiedliche menschliche Vorstellungen von Frieden dar und machte deutlich, dass diese oft begrenzt und vergänglich sind.
Dem gegenüber steht Friede, den Jesus Christus schenkt. Dieser Friede gründet in der Versöhnung zwischen Gott und Mensch, die durch das Opfer Jesu Christi möglich geworden ist. Damit ist ein Friede gegeben, der nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern tief im Herzen des Menschen wirkt.
Er erinnerte daran, dass Friede auch Frucht des Heiligen Geistes ist. Geist Gottes richtet den Blick auf die Zukunft bei Gott und schenkt dadurch Kraft für den Alltag. So kann auch in Zeiten der Anfechtung Zuversicht bewahrt werden.
Friede Christi ist nicht exklusiv, sondern gilt allen Menschen. Zugleich ist er Auftrag an die Gläubigen, selbst Friedensboten zu sein und diesen Frieden weiterzugeben.
Glauben bewusst leben und vertiefen
Diakonin Franke führte den Gedanken weiter und betonte, dass Freude und Friede nicht einfach verfügbar sind, sondern im Glauben wachsen müssen. Dazu braucht es bewusste Auseinandersetzung mit Gottes Wort.
Sie ermutigte die Gemeinde, die gehörten Gedanken nicht nur im Gottesdienst aufzunehmen, sondern sie im Alltag zu bewegen und zu vertiefen. Bibel, kirchliche Veröffentlichungen und geistliche Impulse können helfen, den Glauben zu stärken und Gottes Wirken besser zu verstehen.
Erkenntnis entsteht dort, wo Menschen sich aktiv mit ihrem Glauben beschäftigen. Aus allgemeinem Wissen wird persönliches Erleben der Nähe Gottes. Dadurch kann Friede Gottes zunehmend das Herz erfüllen und den Alltag prägen.
Gleichzeitig verwies sie auf das Ziel des Glaubensweges: Wiederkunft Jesu Christi und Vollendung bei Gott. Diese Perspektive gibt Orientierung und Hoffnung in allen Lebenslagen.
Geduld im Glauben und Vertrauen auf Gottes Zeit
Diakon Noack veranschaulichte Hoffnung mit dem Bild eines Bahnhofs. Viele Menschen kennen Ungeduld beim Warten auf einen Zug, besonders wenn Termine drängen oder Unsicherheit entsteht.
Übertragen auf den Glauben machte er deutlich: Wiederkunft Christi ist gewiss, auch wenn Zeitpunkt allein bei Gott liegt. Wie Gleise bereits den Weg vorgeben, so ist Gottes Heilsplan bereits vorbereitet.
Aufgabe der Gläubigen ist es, im Vertrauen zu bleiben und nicht unruhig zu werden. Geduld und Zuversicht sind Ausdruck eines lebendigen Glaubens, der sich an Gottes Verheißungen festhält.
Vergebung und Heiliges Abendmahl
Vor Feier des Heiligen Abendmahls richtete Vorsteher Priester Franke den Blick auf die Vergebung der Sünden. Er verglich diesen geistlichen Vorgang mit der Reinigung eines Edelsteins, der erst durch Bearbeitung seinen vollen Glanz entfaltet.
So dürfen Gläubige durch Vergebung der Sünden neu in die Nähe Gottes treten und seinen Frieden empfangen. Mit den Worten „Der Friede des Auferstandenen sei mit euch“ wurde dieser Gedanke der Gemeinde zugesprochen.
Anschließend feierte die Gemeinde gemeinsam das Heilige Abendmahl und erlebte Gemeinschaft mit dem Herrn und untereinander.
Segen zur Rubinhochzeit der Geschwister Eisenberg
Ein besonderer Höhepunkt des Gottesdienstes war Segenshandlung für die Geschwister Eisenberg anlässlich ihrer Rubinhochzeit.
In seiner Ansprache würdigte Priester Franke die jahrzehntelange Verbundenheit des Ehepaares. Er hob treuen Einsatz in Familie und Gemeinde hervor und erinnerte daran, dass gemeinsamer Lebensweg auch von Herausforderungen geprägt war, die im Glauben miteinander getragen wurden.
Als Segenswort diente Römer 12,12:
„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“
Dieses Wort verband sich in besonderer Weise mit der Predigt. Hoffnung schenkt Freude und Richtung, Geduld trägt durch schwierige Zeiten, Beharrlichkeit im Gebet hält Verbindung zu Gott lebendig.
Nach dem Gebet spendete der Vorsteher dem Ehepaar Eisenberg den Segen Gottes und bat um weiterhin spürbare Nähe Gottes, seine Kraft und seinen Frieden.
Gemeinschaft und Ausklang
Zum Abschluss dankte der Vorsteher für gemeinsames Erleben des Gottesdienstes, für Gottes Wort und für empfangene geistliche Stärkung. Noch einmal wurde betont, dass Hoffnung auf Wiederkunft Christi Quelle von Frieden und Zuversicht ist.
Musikalisch wurde der Gottesdienst durch Chor-, Instrumental- und Ensemblebeiträge festlich ausgestaltet. Im Anschluss waren alle Anwesenden zu einem gemeinsamen Brunch eingeladen, der Raum für Begegnung, Gespräch und persönliche Glückwünsche an die Geschwister Eisenberg bot.
So klang ein Gottesdienst aus, der eindrucksvoll zeigte: Wer an Gottes Verheißungen festhält, findet Frieden – schon heute im Herzen und in Vollendung bei Christus.
Neuapostolische Kirche