Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Apostelgeschichte 5,42 zugrunde:
Und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus.
Es erinnert an die ersten Apostel, die nicht aufhörten, von Jesus Christus zu lehren und die frohe Botschaft weiterzugeben. Nach dem Bibelwort sang der Chor „Ich bin hier Herr“. Bezirksvorstehervertreter K. Karaus nahm einen Gedanken aus dem Lied auf: „Meinst du mich wirklich?“ Die Antwort lautete: Ja! Jeder Einzelne darf sich von Gott angesprochen wissen. Gott möchte uns etwas sagen. Er kennt unsere Freude genauso wie unsere Trauer. Und wir erleben ihn nicht nur für uns allein, sondern auch in der Gemeinschaft der Gemeinde.
Eine Überzeugung, die sich nicht aufhalten ließ
Bezirksvorstehervertreter K. Karaus führte die Festgemeinde zurück in die Zeit der ersten Apostel. Sie verkündigten im Tempel die Botschaft von Jesus Christus. Doch nicht alle Menschen wollten diese Botschaft hören. Die Apostel wurden vor den Hohen Rat gebracht. Man wollte verhindern, dass sie weiterhin im Namen Jesu lehrten. Sie wurden sogar bestraft. Doch einschüchtern ließen sie sich nicht. Im Gegenteil: Sie gingen weiter und verkündigten das Evangelium aus tiefer Überzeugung. Ein Satz aus diesem biblischen Geschehen wurde im Gottesdienst besonders hervorgehoben: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Das war damals eine mutige Haltung – und sie hat auch heute noch Bedeutung.
Auch einmal gegen den Strom
Christlicher Glaube bedeutet nicht immer, einfach mit dem Strom zu schwimmen. Manchmal führt die Überzeugung des Evangeliums in eine andere Richtung. Heute verkündigen wir unseren Glauben vielleicht nicht auf dieselbe Weise öffentlich wie die Apostel damals. Die Liebe Gottes hochzuhalten, bedeutet dann beispielsweise, füreinander einzustehen, zu vergeben, nicht jedes harte Wort mit einem harten Wort zu beantworten und dem anderen mit Achtung zu begegnen. Dahinter steht eine Grundsicherheit unseres Glaubens: Gott möchte uns führen. Die Frage „Gehorchen wir Gott mehr als den Menschen?“ wird damit zu einer ganz persönlichen Frage für unseren Alltag.
In einer Partnerschaft bist du nicht allein
Für das Brautpaar bekam dieser Gedanke eine besondere Bedeutung. Mit der Ehe beginnt ein gemeinsamer Weg. Aus dem eigenen Weg wird immer mehr ein Weg zu zweit. Da sind schöne Tage, gemeinsames Lachen und viele Pläne. Aber es können auch Zeiten kommen, in denen einer den anderen besonders braucht. Dann gilt: Du bist nicht allein. Der Ehepartner ist an deiner Seite. Die Gemeinde begleitet euch. Und vor allem darf Gott seinen Platz in eurer Mitte haben. So wie die ersten Apostel aus ihrer Verbindung zu Gott Kraft schöpften, dürfen auch zwei Menschen in einer Ehe ihre Kraft immer wieder bei Gott suchen.
Ein sicherer Hafen füreinander
Priester Köditz nahm in seinem Mitdienen den Gedanken der Gemeinschaft auf. Gemeinde bedeutet, miteinander unterwegs zu sein. Und dabei ist es Gott, der uns zuerst begegnet und uns seine Zuwendung schenkt. Für die Trauung wurde ein besonderes Bibelwort aus Hebräer 10,24 gewählt. Im Mittelpunkt stand der Gedanke, einander zugewandt zu bleiben und sich gegenseitig Sicherheit zu geben. Für das Brautpaar wurde daraus ein schönes Bild für den gemeinsamen Lebensweg: einander Sicherheit zu geben und füreinander wie ein sicherer Hafen zu sein.
Damit fügte sich die Trauung in die Botschaft des gesamten Gottesdienstes ein. Die ersten Apostel hielten aus tiefer Überzeugung an ihrem Glauben fest. Auch heute dürfen Christen ihren Weg in dieser Überzeugung gehen – getragen von der Gemeinschaft und im Vertrauen auf Gott. Für das Brautpaar begann an diesem Sonntag ein neuer gemeinsamer Abschnitt dieses Weges. Und so bekam der Satz vom Beginn des Gottesdienstes am Ende noch einmal eine besondere Bedeutung: Das Brautpaar hat sich getraut – und darf darauf vertrauen, dass Gott mitgeht.
Neuapostolische Kirche