„GNADE – unendlich geliebt, einfach so!“ – unter diesem Motto machten sich am 10. und 11. Oktober 2026 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem gesamten Kirchenbezirk Rostock auf den Weg nach Born auf dem Darß. Was sie dort erwartete, war weit mehr als eine gewöhnliche Freizeitveranstaltung. Es wurde ein Wochenende voller Begegnungen, neuer Erfahrungen, gemeinsamer Entdeckungen und ganz besonderer Momente.
Kirche ist mehr als ein Haus – und Gnade mehr als ein Wort!
Für die Rostocker Konfirmandinnen und Konfirmanden begann die Freizeit bereits vor der Abfahrt. In ihrer Kirche überlegten sie gemeinsam, welche Gegenstände eigentlich gebraucht werden, damit aus einem gewöhnlichen Raum ein Ort für einen Gottesdienst werden kann. Was muss unbedingt mit? Was macht eine Kirche aus? Die Antworten sollten am nächsten Tag noch eine ganz besondere Bedeutung bekommen.
In der Jugendherberge Born angekommen, hieß es zunächst: Zimmer beziehen, neue Gesichter kennenlernen und miteinander vertraut werden. Schließlich kamen die Konfis aus
vier verschiedenen Gemeinden zusammen.
Eine erste besondere Erfahrung war das gemeinsame Gebet im Kreis. Jeder konnte sich beteiligen, seinen Dank aussprechen oder eine Bitte an Gott richten. Niemand musste, aber jeder durfte. Und so wurde schon zu Beginn spürbar: Hier geht es um uns, unseren Glauben und unsere Gemeinschaft.
Mission Gnade – angenommen!
Dann wurde es spannend. In zwei Gruppen machten sich die Konfis auf ihre ganz persönliche Entdeckungsreise zum Thema Gnade. Was bedeutet es eigentlich, von Gott geliebt zu werden – einfach so? Muss man sich diese Liebe verdienen? Was passiert, wenn wir Fehler machen? Und wie können wir die Gnade, die wir selbst erfahren, an andere weitergeben? Fragen, auf die es keine Antworten zum bloßen Auswendiglernen gab. Stattdessen waren Kreativität, eigene Gedanken, Zusammenarbeit und manchmal auch ein bisschen Mut gefragt.
Und wenn die Gruppen einmal nicht weiterwussten? Dann gab es Unterstützung durch zwei ganz besondere Telefonjoker: den Bezirksvorsteher und seinen Vertreter. Beide steuerten
zusätzliche Gedanken und Impulse bei.
Die Konfis nahmen ihre Missionen ernst – und hatten gleichzeitig jede Menge Spaß dabei. Dass aus den gemeinsamen Überlegungen sogar kleine Videoproduktionen entstehen würden, war ein besonders schönes Ergebnis.
Grillfeuer, Gitarrenklänge und ganz viel Gemeinschaft
Nach so viel Nachdenken und Entdecken war am Abend Zeit für das, was zu einer gelungenen Freizeit einfach dazugehört: Gemeinsam essen, spielen, lachen und erzählen. In der vom Grillfeuer wohlig warmen Grillhütte gab es Würstchen, Steaks und natürlich Stockbrot. Dazu viele Spiele, gute Gespräche und Musik, die Henry mit seiner Gitarre begleitete. Es war einer dieser Abende, an denen man merkt, wie schnell aus Menschen, die sich vorher kaum kannten, eine Gemeinschaft werden kann.
Ein Regenbogen über unserer Kirche
Der Sonntagmorgen begann mit einem herrlichen Frühstück – und einer besonderen Überraschung am Himmel: Über dem Seminarraum der Jugendherberge spannte sich ein wunderschöner Regenbogen. Ausgerechnet über jenem Raum, den die Konfis nun mit den mitgebrachten Gegenständen in einen Gottesdienstraum verwandelten. Ein Regenbogen als Zeichen von Gottes Treue und Verbundenheit mit den Menschen – wie passend zu unserem Motto! Wo vorher noch gelernt, gerätselt und gearbeitet worden war, entstand nun ein Ort der Andacht und Begegnung mit Gott.
Die Melodie von „Amazing Grace“ griff den Gedanken der Gnade auf. Im eigens für die Konfis gestalteten Gottesdienst wurde die Botschaft des Wochenendes noch einmal lebendig: Gottes Liebe ist ein Geschenk. Wir müssen sie uns nicht verdienen. Wir dürfen sie annehmen und weitergeben.
Ein Platz für alle – auch für die, die nicht dabei sein konnten
Und noch etwas war den Konfis wichtig: Auch diejenigen, die an diesem Wochenende leider nicht mitfahren konnten, sollten nicht vergessen werden. Für sie gab es einen ganz besonderen Platz mitten in der selbst gebauten Kirche. Bunte Namenskarten und die lilafarbenen Konfi-Armbänder auf einem Stuhl in der ersten Reihe machten sichtbar, dass auch sie zu dieser Gemeinschaft gehören. Vielleicht war gerade das eine der schönsten Botschaften unseres Mottos: „GNADE – unendlich geliebt, einfach so!“ Denn Gemeinschaft bedeutet nicht nur, miteinander an einem Ort zu sein. Sie bedeutet auch, aneinander zu denken, füreinander da zu sein und niemanden aus dem Blick zu verlieren. Bei Gott hat jeder seinen Platz – auch wenn er gerade nicht dabei sein kann.
Von der Mission zur Botschaft
Nach dem Gottesdienst gehörte die Bühne wieder den Konfis. Jetzt präsentierten sie die Ergebnisse ihrer Missionen. Mit viel Einfallsreichtum waren kleine Videoclips entstanden, in denen die Jugendlichen ihre Gedanken über Gnade auf ganz eigene Weise zum Ausdruck brachten.
Wie die Filme geworden sind? Das verraten wir hier nicht! Wer neugierig geworden ist, fragt am besten einmal die Konfis selbst. Es lohnt sich!
Und was bleibt? Viel mehr als eine schöne Erinnerung!
Vielleicht war einer der schönsten Sätze dieses Wochenendes der Wunsch, doch einfach noch ein bisschen länger bleiben zu können. Ein größeres Kompliment kann es für eine gemeinsame Freizeit kaum geben. Vor allem aber blieb eine Erkenntnis, die weit über dieses Wochenende hinausreicht:
Kirche entsteht nicht allein durch Mauern, einen Altar oder die richtigen Gegenstände. Kirche kommt aus unserem Inneren. Sie braucht Menschen, die ihren Glauben leben, miteinander beten, füreinander da sind und Gemeinschaft gestalten. Ohne diese Menschen bleibt selbst das schönste Kirchengebäude nur ein weiteres Haus.
Genau das haben unsere Konfis auf dem Darß nicht nur besprochen, sondern miteinander erlebt. Und vielleicht ist das die schönste Verbindung zu unserem Motto: Wo Menschen erfahren, dass sie von Gott unendlich geliebt sind – einfach so –, entsteht etwas, das sie miteinander verbindet und das sie weitergeben können.
Dazu gehören auch diejenigen, die diesmal nicht mitfahren konnten. Denn die Gemeinschaft endet nicht an der Tür der Jugendherberge. Sie lebt weiter – in unseren Gemeinden, in unseren Begegnungen und überall dort, wo Menschen ihren Glauben miteinander teilen.
Zwei Tage auf dem Darß. Eine Gemeinschaft. Und ganz viel Gnade.
Ein herzliches Dankeschön an alle Konfis, die dieses Wochenende mit ihrer Begeisterung, ihren Ideen und ihrer Offenheit so besonders gemacht haben, und an alle, die diese Freizeit vorbereitet und begleitet haben.
Neuapostolische Kirche