Am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, durften wir in unserer Gemeinde einen ganz besonderen Gottesdienst erleben: Torben und Lisa Schilling gaben sich vor Gott und der Gemeinde das Ja-Wort und empfingen den Segen für ihren gemeinsamen Lebensweg. 63 Gottesdienstteilnehmer waren vor Ort dabei, sieben weitere Empfangsstellen waren über IPTV zugeschaltet. Festlicher Blumenschmuck am Altar, schöne Chorlieder und die spürbare Freude der Familien machten diesen Gottesdienst zu einem bewegenden Erlebnis.
Im Mittelpunkt stand das Bibelwort aus Offenbarung 4, Vers 11:
„Du bist würdig, unser Herr und Gott, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.“
Priester Berneis richtete in seiner Predigt den Blick auf Gott als Schöpfer der Welt und jedes einzelnen Menschen. Es ist faszinierend, wie Gott zwei Menschen zusammenführt, die aus unterschiedlichen Regionen kommen, ganz verschiedene Lebenswege gegangen sind und sich schließlich begegnen und ineinander verlieben. Manche sprechen dabei von Zufall. Als Christen dürfen wir darin auch Gottes Führung erkennen und ihm dafür danken, dass er uns das Leben schenkt, Menschen zusammenführt und uns solche besonderen gemeinsamen Erlebnisse ermöglicht.
In der Predigt wurde auch deutlich, wie wertvoll ein bewusst gesprochenes Ja ist. Es braucht nicht unbedingt ein langes, selbst verfasstes Ehegelübde, um sich zueinander zu bekennen. Ein aufrichtiges Ja vor Gott und der Gemeinde kann sehr viel ausdrücken. Gerade in einer Zeit, in der klare Antworten manchmal schwer zu bekommen sind, ist es kostbar, wenn zwei Menschen verbindlich zueinanderstehen und Verantwortung füreinander übernehmen.
Unser Lob Gottes zeigt sich dabei nicht allein in Worten oder im Gottesdienst. Es wird ebenso sichtbar in unserem täglichen Umgang miteinander: wenn wir Verständnis zeigen, liebevoll handeln, vergeben und füreinander da sind. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes und besitzt eine unverlierbare Würde. So gehört zu unserer Verantwortung für Gottes Schöpfung nicht nur die Natur, sondern ebenso der Mensch neben uns.
Priester Sonne unterstrich in seinem Mitwirken ebenfalls, wie schön es ist, wenn zwei Menschen sich zueinander bekennen, einander lieben und gemeinsam durchs Leben gehen. Gottes Segen darf sie dabei begleiten und stärken.
Die anschließende Segenshandlung wurde von einem besonderen musikalischen Beitrag eingeleitet: Der Neffe der Braut spielte am Klavier ein eigens vorbereitetes Stück, das die Feier dynamisch und zugleich gefühlvoll eröffnete.
Vor dem Altar gab Priester Berneis dem Brautpaar ein Bibelwort aus Matthäus 7, Vers 24 mit auf den gemeinsamen Weg:
„Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.“
Von diesem Bild ausgehend wurde das Haus zum Sinnbild für eine gelingende Ehe. Ein Haus braucht ein festes Fundament – und dieses Fundament ist die Liebe. Darauf können die Wände errichtet werden, die für Vertrauen stehen. Vertrauen schafft einen geschützten Raum, in dem sich beide öffnen, einander anvertrauen und auch das teilen können, was sie sonst kaum jemandem erzählen würden.
Das Dach steht für die Treue. Es schützt das Haus vor Wind und Wetter. Ebenso kann Treue die Liebe und das Vertrauen bewahren, wenn Herausforderungen auf das gemeinsame Leben zukommen. Dass der Bräutigam erst vor Kurzem seinen Meistertitel im Dachdeckerhandwerk erworben hat und beide bereits in einem gemeinsamen Haus leben, verlieh diesem Bild eine besonders persönliche Note.
Auch die Tür und die Fenster erhielten ihre eigene Bedeutung: Die Tür steht für Offenheit und dafür, Veränderungen im Leben gemeinsam anzunehmen. Denn auch Eheleute entwickeln sich weiter; neue Erfahrungen kommen hinzu und manches verändert sich. Die Fenster wiederum lassen Licht ins Haus. So dürfen beide Gott einladen, sein Licht und seine Wärme in ihrem gemeinsamen Zuhause wirksam werden zu lassen.
Und natürlich durfte auch der Schornstein nicht fehlen: Schließlich muss man manchmal Dampf ablassen. Wenn das auf einem guten Weg geschieht, muss deswegen nicht gleich das ganze Haus auseinanderfliegen. Dieses augenzwinkernde Bild sorgte für einige Schmunzler und lockerte die feierliche Atmosphäre auf angenehme Weise auf.
Anschließend wurde das Brautpaar gefragt, ob es einander als Gabe Gottes annehmen, in allen Lebenslagen in Treue zueinanderstehen, einander lieben und wertschätzen und den gemeinsamen Weg nach Gottes Geboten gehen wolle. Beide beantworteten die Fragen mit einem hörbaren Ja.
Nach einem Gebet legten sie ihre Hände aufeinander. Durch Handauflegung wurde ihnen der dreieinige Segen Gottes zugesprochen: die Bewahrung durch den himmlischen Vater, die Führung durch Jesus Christus und die Weisheit und Leitung des Heiligen Geistes. Gottes Segen soll die beiden stärken, damit sie in Liebe und Treue miteinander wachsen und ihren Weg gemeinsam gehen können.
Im Anschluss wurden Glückwünsche ausgesprochen und Geschenke überreicht. Eine besondere Freude war eine neue Bibel mit Goldschnitt, die die Unterschriften des Bezirksapostels sowie der Apostel Nord- und Ostdeutschlands trug. Erneut erklang ein musikalischer Beitrag am Klavier durch den Neffen der Braut als besonderes persönliches Geschenk und Ausklang der Segenshandlung.
Nach dem Gottesdienst nahm das Brautpaar zahlreiche Glückwünsche und Geschenke entgegen. Auch die Familien waren zahlreich vertreten und teilten die Freude über diesen besonderen Tag. Bei Gesprächen und kleinen Leckereien klang das gemeinsame Erleben aus. Neben dem Nachtisch, den das Brautpaar anlässlich seiner standesamtlichen Trauung am Vortag mitgebracht hatte, wurden auch die beim Erntedankfest zunächst vermissten Puddings nachgereicht. So kam auch der kleine „Pudding-Krimi“ aus der Vorwoche zu einem süßen Ende.
Wir sind dankbar, dass wir diesen festlichen, emotionalen und von Liebe geprägten Gottesdienst gemeinsam erleben durften. Möge Gott das Brautpaar auf seinem weiteren Lebensweg begleiten, ihr Zuhause mit seinem Licht erfüllen und ihnen helfen, auch in schwierigen Zeiten auf dem Fundament seiner Liebe zu bauen. Wir wünschen den beiden eine gesegnete Ehe, gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen und viele glückliche gemeinsame Jahre.
Neuapostolische Kirche